Blog › MT-1 (Afamelanotide): MC1R-Agonist in der Melanogenese-Forschung
GLOW · Research
MT-1 (Afamelanotide): MC1R-Agonist in der Melanogenese-Forschung
MT-1 (Afamelanotide) ist ein lineares 13-Aminosäuren-Analogon des α-MSH und bindet hochselektiv an den Melanocortin-1-Rezeptor (MC1R), den primären Rezeptor der Melanogenese. Als Afamelanotide ist es unter dem Namen Scenesse für die seltene Erkrankung EPP zugelassen — eine der wenigen Peptidsubstanzen mit Arzneimittelzulassung. Die hohe MC1R-Selektivität unterscheidet MT-1 vom breiter wirkenden MT-2. LCMS-Screening und HPLC-Reinheit ≥99% mit CoA sind entscheidend.
Was ist MT-1?
MT-1, auch bekannt als Afamelanotide, ist ein lineares 13-Aminosäuren-Analogon des alpha-Melanozyten-stimulierenden Hormons (α-MSH). Es wurde als synthetisches Analogon mit erhöhter Rezeptoraffinität und Serumstabilität gegenüber dem nativen α-MSH entwickelt. MT-1 bindet hochselektiv an den Melanocortin-1-Rezeptor (MC1R) bei minimaler Kreuzreaktivität mit MC4R — ein relevanter Selektivitätsunterschied zur verwandten Verbindung MT-2.
MC1R-Selektivität und Melanogenese
Der MC1R ist der primäre Rezeptor der kutanen Melanogenese. Seine Aktivierung durch MT-1 führt in Zellmodellen zur Umschaltung der Melaninsynthese von Phäomelanin (gelb-rötlich) zu Eumelanin (braun-schwarz). Eumelanin bietet einen signifikant höheren UV-Schutzfaktor als Phäomelanin. Die hohe MC1R-Selektivität von MT-1 unterscheidet es von weniger selektiven Melanocortin-Agonisten, die zusätzlich appetitmodulierende und sexualphysiologische Signalwege ansprechen.
Klinische Zulassung: Scenesse
MT-1 ist als Afamelanotide unter dem Handelsnamen Scenesse für die Behandlung der erythropoetischen Protoporphyrie (EPP) in der EU und den USA zugelassen — eine der wenigen Peptidsubstanzen mit regulatorischer Arzneimittelzulassung. EPP ist eine seltene genetische Erkrankung, bei der Patienten eine extreme Lichtempfindlichkeit aufweisen. Scenesse wird als subkutanes Implantat verabreicht und induziert eine protektive Melanogenese.
Forschungsrichtungen jenseits der EPP-Indikation
Aktuelle Forschungsarbeiten untersuchen MT-1 in Kontexten jenseits der EPP-Indikation — darunter photoprotektive Mechanismen in normalen Hautmodellen, DNA-Reparatur-Signalwege in UV-exponierten Melanozyten und potentielle antiinflammatorische Eigenschaften über MC1R-vermittelte Signalkaskaden. Diese Forschungsrichtungen befinden sich im präklinischen Stadium.
MT-1 vs. MT-2: Selektivität als Qualitätsmerkmal
Die Unterscheidung zwischen MT-1 und MT-2 ist in der Forschung und bei der Beschaffung entscheidend. MT-2 ist ein zyklisches Peptid mit breiterem Rezeptorprofil — es aktiviert neben MC1R auch MC3R, MC4R und MC5R, was zu einem deutlich anderen Wirkspektrum führt. MT-1 ist linear und hochselektiv. LCMS-Screening auf Peptid-Kontamination ist bei MT-1 besonders relevant, um eine Verunreinigung mit MT-2 auszuschließen.
Was ist der Unterschied zwischen MT-1 und MT-2?
MT-1 ist linear und hochselektiv für den MC1R. MT-2 ist ein zyklisches Peptid mit breiterem Rezeptorprofil und aktiviert zusätzlich MC3R, MC4R und MC5R, was ein deutlich anderes Wirkspektrum ergibt. Bei MT-1 ist ein LCMS-Screening besonders wichtig, um eine Verunreinigung mit MT-2 auszuschließen.
Ist MT-1 zugelassen?
Als Afamelanotide ist MT-1 unter dem Handelsnamen Scenesse für die erythropoetische Protoporphyrie (EPP) in der EU und den USA zugelassen. Außerhalb dieser spezifischen Indikation wird MT-1 ausschließlich als Research Peptid für Laborforschungszwecke gehandelt — nicht für den menschlichen Konsum bestimmt.